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Drei Tage vor seinem Tod war Sergio Castelli noch im Aufnahmestudio. Ein Soloalbum sollte ohne Begleitmusiker die Breite seines Talents widerspiegeln. Die Studiocrew war hingerissen. Tonmeister Walter Schürch, der Castelli erstmals hörte, meint beeindruckt: «Sergios Akkordeonspiel hatte für mich etwas Magisches, das mich sofort begeisterte.»

Auf Canzone-Erfolgswelle

So ist es seit Jahrzehnten vielen Zuhörerinnen und Zuhörern ergangen, angefangen bereits in Castellis Lehr- und Wanderjahren in den 1950ern. Damals surfte er mit musikalischer Virtuosität auf der Erfolgswelle der Canzone italiane von Erfolg zu Erfolg. Im Hafenrestaurant von Göteborg flogen ihm die Herzen ebenso zu wie im Posthotel Arosa.

Freilich hatte sich der 1932 geborene Turiner in seiner Jugend auch in anderen Tätigkeiten versucht, doch immer wieder stellte er fest: «Mini Züg isch eifach Musig u fertig! Ig by halt e Zigüner.»

Ein Vertrag in Bern beendete 1961 das Wanderleben. Zwei Monate lang trat Castelli im Kursaal mit einem Pianisten auf. Das ging so: «Für Walzer und Tango nahm ich das Akkordeon, für English Waltz das Vibrafon, meist aber spielte ich Schlagzeug und summte mit tiefer Stimme den Bass ins Mikrofon, so gut, dass die Leute fragten: Wo ist denn der Bassist?», sagte er in einem Gespräch.

Der Entschluss, sesshaft zu werden und bei den Berner Musikhandlungen anzuheuern, geschah in Absprache mit seiner Partnerin Lena, die er 1967 heiratete. Sie motivierte ihn zum Musikstudium am Konservatorium Winterthur.

Akkordeon-Schule in Bern

Mit dem Lehrdiplom in der Tasche erwarb das Paar die Musikschule Herzig. Der Schriftzug «Castelli Sergio Akkordeon-Schule» prangt bis heute an der Häuserfront am Kornhausplatz. Neben dem Unterricht widmete sich Sergio Castelli weiterhin Konzerten. Er gastierte als Solist mal bei François Hofer und den Red Hot Peppers, mal bei Meinrad Kochs klassischem Orchestre Festival.WEITER NACH DER WERBUNG

1995 erhielt Castelli das Schweizer Bürgerrecht. 2001 gab er die Schule auf. Castelli verlegte sich vermehrt aufs Komponieren. Entstanden sind über 300 Kompositionen, mal kurz und prägnant für jedermann, mal lang und anspruchsvoll für die Konzertbühne.

Eine der eindrucksvollsten ist «Verlorenes Land», eine Hommage in Form eines temperamentvollen Csárdás an seine Heimat Piemont nach den Überschwemmungen von 1995. Castelli fühlte sich gezwungen, die Trauer musikalisch zu verarbeiten.

Nun hat uns der Magier verlassen. Er verstarb am 23. Oktober in seinem Wohnheim.

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Sergio Castelli – Rares vom Altmeister

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Sergio entstammt dem Akkordeon-Mekka Castelfidardo in Norditalien, wo vor hundert Jahren zahlreiche Akkordeonbauer Ihre neusten Entwicklungen auf der Strasse präsentierten und spielten. Als Hohner Deutschland und Andere die Produktion aufnahmen, begann die Szene in Castelfidardo zu schrumpfen – heute gibt gerademal noch 2 grosse Produzenten. Weil das Geld für kein Klavier reichte, kaufte Ihm sein Vater ein Akkordeon. Eigentlich genial, denn es kann alles was ein Klavier auch kann, hat doppelt so viele Tasten und ist erst noch transportabel. «Die ersten 6 Tonleitern, dann gehen wir an einen Fussballmatch» meinte Sergios Papa. «Wenn du eine Mazurka, eine Polka und eine Tarantella komponierst, gibt’s ein Velo». So wurde Sergio früh zum Üben und Komponieren animiert. Später reiste er bis in den Norden Europas, liess sich schliesslich in der Schweiz am Kornhausplatz Bern nieder und gründete die Schule. Durch gute Kontakte im Süden konnte mit dem Import von Instrumenten Geld verdient werden. Man gründete Orchester mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und stellte Lehrerinnen ein. Mit Bass in der linken, Melodie in der rechten Hand, ist das Akkordeon ein vielseitiges Instrument und auf der ganzen Welt in unterschiedlichsten Varianten und Kulturen anzutreffen. Mazurka, Polka, Java, Tango, Folk, Pop, Rock, Jazz, ja sogar klassische Orchester.

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Skinny Jim Tennessee – Side A

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Skinny Jim Tennesse gab sich die harte Schule. Auf den Strassen von Bern lernte er schon wärend der Grundschule zunächst als Autoditakt was es bedeutete mit Gitarre, Stimme und Rock ’n‘ Roll die Herzen der Menschen zu erreichen. Wenn er performed merkt man schnell – da ist ein unbedingtes Commitment zur Musik. Mit dem Debut „Side-A“ schuf Skinny Jim die ersten Eigenkompositionen auf den Pfaden der Beatles. An der Side-B wird derzeit gearbeitet. Man munkelt, dass wieder mehr Rock ’n‘ Roll zu hören sein wird.

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